Tod und Nachlass Pöppelmanns

Dresden, Schloßstraße 32 im 18. Jh. / Rekonstruktion
Dresden, Schloßstraße 32 im 18. Jh. / Rekonstruktion von Arte4D

1734 wird Pöppelmann im Alter von 72 Jahren nach einem reichen Arbeitsleben von seinen Aufgaben im Oberbauamt entbunden und verbringt das folgende Jahr bettlägerig und krank in seiner Wohnung im Fraumutterhaus auf der Schloßstraße in Dresden. Gepflegt wird er von seiner Enkeltochter Christine Elenore Steger, die 1738 Johann Christoph Knöffel heiratet. Knöffel war 1728 zum dritten Oberlandbaumeister neben Pöppelmann und Leplat ernannt worden und dominierte die sächsische Architekturentwicklung bis zu seinem Tod 1752.

Am 17.Januar stirbt Matthäus Daniel Pöppelmann und wird in der von ihm entworfenen und seit 1728 errichteten Matthäuskirche in der Dresdner Friedrichstadt begraben. Über seinen mit Geschick und Können erworbenen beachtlichen Wohlstand wie seine immense Bildung gibt das erhaltene Nachlassverzeichnis Auskunft. Genannt werden neben Büchern Pretiosen, ca. 4000 Taler Bargeld, eine goldene Tabattiere, gold gemalte Tapeten, rotgeblümte Polstermöbel, ein Dutzend englisch geflochtene Stühle, Kommoden und Schränke mit Nussbaumfurnier, Kronleuchter aus Glas, die Bildnisse Augusts II. und Augusts III. nebst ihren Ehefrauen und anderes mehr. Neben den geschilderten Immobilienspekulationen dürfte auch der Besitz eines zum Ausschank berechtigten Gutes in der Vorstadt, des noch heute bestehenden Feldschlösschens, das seine zweite Frau Anna Christina Möller 1713 in die Ehe gebracht hatte, zu Pöppelmanns gesicherter wirtschaftlicher Situation beigetragen haben.

(AH, TK)


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