Eingang zum Wohnturm - 2014

Eingang zum Wohnturm - 2014

Ob der heutige Eingang in den Wohnturm der Burgruine Frauenstein der historischen Situation entspricht, lässt sich nicht mehr feststellen. Denkbar ist es, da die Wendeltreppe im Turm in ihrem Durchmesser durchaus vergleichbaren Anlagen entspricht und eine andere Erschließung der Geschosse im Turm nicht erkennbar ist. Ein ähnliches Beispiel erhielt sich in der Burg Stein im Westerzgebirge. Rechts vom Eingang in den Wohnturm befand sich die Kapelle, die wohl im 14. Jahrhundert unter den Burggrafen von Meißen zusammen mit dem Palas errichtet wurde. Sie wurde 1614 nochmals für den Bauherren des Frauensteiner Schlosses, Heinrich von Schönberg, erneuert. Allerdings stammt das gotische Gewändestück wohl von einem anderen Standort der Kernburg und wurde erst um 1900 an seinem jetzigen Platz eingefügt. Ein Vergleich mit anderen baugleichen Fenstern, wie an der Burg Ehrenstein in Thüringen, zeigt, dass die Fensterhöhe für ein solches Gewändestück viel zu hoch ist. Die Kapelle selbst erstreckte sich wohl über zwei Geschosse. Im Erdgeschoss muss sich der Altar befunden haben, unter Umständen an Stelle des nach Osten zeigenden Mauersockels vor dem Fensterschaft zwischen dem 1. und 2. Fenster. Neben dem Priester dürfte dann hier das Dienstpersonal dem Gottesdienst beigewohnt haben. Über dem Durchgang vom Zwinger zum Innenhof der Burg Frauenstein befand sich vermutlich eine Art Empore, wo der Burgherr und seine Familie während der Gottesdienste anwesend sein konnten. Die Kapelle selbst erstreckte sich über die drei noch erhaltenen Ostfenster und wies ein Kreuzgratgewölbe auf, von dem noch die Abrissspuren erkennbar sind. Im Bereich des vierten Fensters von links befand sich die Messdienerstube. Vor dem Wohnturm am Standort des Panoramas befand sich einst noch ein Gebäude, welches wohl nur über Erdgeschoss und Kelleranlagen verfügte. Denkbar ist, dass sich hier neben Verbindungstreppen die Schöpfvorrichtung für die Zisterne befand. Der Zugang zum Keller im Hof ist neuzeitlich und entstand in dieser Form um 1900. Das runde Gewändestück am Kellerzugang wurde erst bei den Sanierungsarbeiten um 1900 an dieser Stelle eingesetzt. Einst lag der Zugang sicherlich tiefer, in etwa auf der Ebene des Kellergeschosses im Wohnturm. Falls der Verbinderbau noch ein Obergeschoss besaß, könnte von diesem Bau auch der dem Palas vorgelagerte Gang erschlossen worden sein, womit im Burghof keine treppe erorderlich wäre. Außerhalb der Ringmauer wurde wohl im 14. oder 15. Jahrhundert noch ein quadratischer Flankierungsturm angebaut, der über gewölbte Geschosse verfügte. Von hier konnten im Angriffsfalle der Eingang in den Zwinger auf der Nordseite des Wohnturmes oder die Brücke zwischen Kernburg und Ringmauer unter Beschuss genommen werden, die neben dem Torhaus verwundbarsten Punkte der Kernburg. Ansonsten könnte der Turm vielleicht auch als Gefängnis oder Pulverturm in mittelalterlicher Zeit gedient haben. Die Möglichkeit der Lagerung von Schießpulver ergibt sich aus der abseitigen Lage, so dass im Explosionsfalle die Wohngebäude nicht betroffen gewesen wären. Mit dem Einbau einer Skisprungschanze innerhalb des Komplexes wurden 1924 die Überreste des Gebäudes vor dem Wohnturm und des Flankierungsturmes erheblich beschädigt. Der Anlaufpunkt der bis etwa 1975 genutzten Schanze befand sich in etwa am Standort des Panoramas, der Absprungpunkt lag außerhalb der Ringmauer. Der Rekord der Frauensteiner Skisprungschanze lag bei 47 Metern. Burgruine Frauenstein: geöffnet Mai bis Oktober; Di bis So von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

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