Ruine des Südturmes der Kernburg - 2014

Ruine des Südturmes der Kernburg - 2014

Vom Standort des Panoramas aus wächst das verbliebene Gemäuer des Südturmes der Burgruine Frauenstein förmlich aus dem Felsen. Der Turm wurde auf der höchsten Stelle des Burgfelsens gegründet, der wohl schon vor dem Bau der Burg Frauenstein eine sichtbare Landmarke war. Die Südwand des Turmes mit seinen drei Tonnengewölben hatte einst über drei Meter Mauerstärke. Rechts ist die äußere Wand der Kernburg sichtbar, die bis zum 1.OG massiv ausgemauert war. Zusammen mit den Abschrägungen des Turmes, welcher einst noch ein Geschoss höher war, hat man es hier mit einem Bollwerk zu tun, welches gegenüber der Vorburg mindestens 30 Meter aufragte. Es schützte die dahinterliegenden Gebäude der Kernburg vor Beschuss. Dieses Bauwerk mit Bliden oder Steinbüchsen des 15. Jahrhunderts zum Einsturz zu bringen, dürfte schwierig gewesen sein. Zum einen war das nähere Umfeld vom Südturm aus unter Beschuss zu nehmen, so dass im näheren Umfeld keine Geschütze durch die Angreifer aufgestellt werden konnten. Bedenkt man die im 15. Jahrhundert bereits vorhandene Vorburg, wäre eine Geschützstellung wohl erst im Sattel im Bereich des heutigen Marktplatz der Stadt Frauenstein möglich gewesen. Bei der Belagerung der Burg Frauenstein 1438 ist nachweislich eine Steinbüchse im Einsatz gewesen, von der die eingemauerten Steinkugeln mit ca. 75 kg Gewicht stammen. Ursprünglich waren es 7 Kugeln, heute sind noch 3 Kugeln sichtbar, eine weitere befindet sich im Gottfried-Silbermann-Museum. Es handelt sich vermutlich um nicht eingesetzte Kugeln, denn diese sind beim Aufprall mit ziemlicher Sicherheit zersprungen. Bis heute ist nicht recht klar, ob der Frauenstein bei dieser sechswöchigen Belagerung "mit Heereskraft" erobert worden ist. Letztlich ist ein Art Vergleich archivalisch belegt, bei dem auch Gefangene ausgetauscht wurden. Der Autor hält es für duchaus denkbar, dass eine Eroberung im eigentlichen Sinne wohl nicht stattfand. Letztlich konnte der Kurfürst von Sachsen kein Interesse daran haben, die wohl beträchtlich in Mitleidenschaft gezogene Burg noch weiter zu zerstören. Zudem dürfte eine Belagerung hier oben im Gebirge sehr teuer gewesen sein, so dass er sich nach der starken Gegenwehr der Besatzung unter Peter von Walsberg zu Verhandlungen entschloss. Bei einer Eroberung hätte der Kurfürst keinen Vergleich nötig gehabt. Vermutlich war der Südturm beim Beschuss mehr oder weniger "standhaft" geblieben. Warum mauerte man diese Kugeln hier ein? Sie sollten wohl zeigen, dass ein Beschuss zwecklos ist und man eine Belagerung gar nicht erst probieren sollte. Dies war dann auch im Sinne des Kurfürsten von Sachsen, der die Burg 1439 vom Kaiser endgültig zugesprochen bekam. Die Zeiten nach den Hussitenkriegen waren noch ausgesprochen unruhig, so dass der Frauenstein wohl relativ schnell wieder aufgebaut und erheblich verstärkt wurde. Von der Turmruine verläuft eine Mauer mit Öffnung zum ehemaligen 7.Turm der Ringmauer. Sie trug einst einen Wehrgang, von dem der Eingangsberich zwischen Ringmauer und Torhaus im Burgzwinger zusätzlich bewacht werden konnte. Zudem diente der Wehrgang der Verbindung der beiden Türme, so dass im Falle eines Angriffs schnell und flexibel reagiert werden konnte. Vom 7. Turm der Ringmauer sind nur noch geringe Reste erhalten geblieben, wie die Steinstufen vor uns. Der bereits Anfang des 18. Jh. teilweise abgebrochene Turm erhob sich mindestens bis in Höhe des 1. Dachgeschosses des Schlosses. Er war halbrund ausgeführt und befand sich auf der höchsten Stelle der äußeren Ringmauer. Von ihm aus erhielt der Eingang in der Ringmauer Flankenschutz und zudem konnte die obere Vorburg überwacht werden. --- Burgruine Frauenstein: geöffnet Mai bis Oktober; Di bis So von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

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